Turnfahrt 2026 – Zwischen Röteli, Romantik und altersgerechten Pausen
Unsere diesjährige Turnfahrt startete am Samstag schon perfekt: mit einem Apéro im Zug ab Zürich. Schliesslich will eine Turnfahrt ja nicht gleich mit sportlicher Überforderung beginnen. Ausserdem sollte der Tag noch lang werden – und man weiss ja nie, wann die nächste Gelegenheit für ein Gläschen Röteli kommt.
In Solothurn angekommen, wurden zuerst die Koffer im Hotel deponiert. Und weil wir alle wussten: Es soll ja nicht zu streng sein, ging es direkt ins Kaffee für eine kleine Pause. Kaffee, etwas Kleines dazu und schon waren wir bestens vorbereitet für die bevorstehende sportliche Höchstleistung.
Mit der Bahn ging es anschliessend zum Fusse des Weissensteins. Dort stellte Daniel plötzlich fest, dass er seine Brille vermisst. Kein Problem in unserem Alter! Schliesslich hat die eine oder der andere immer eine Lesebrille dabei. Die Brille wurde zum Glück im zuvor besuchten Kaffee aufgespürt und die nette Bedienung war sogar so freundlich, sie an die Rezeption unseres Hotels zu bringen. Service auf höchstem Niveau! Und so konnte unsere Wanderung ohne grössere Verzögerungen weitergehen.
Schon bald zeigte sich, dass wir das mit dem Wandern durchaus ernst nahmen. Im gefühlten Zehnminuten-Takt wurde eine Pause eingelegt. Und das nicht etwa, weil wir müde waren – nein, wir mussten schliesslich den Röteli, den wir in rauen Mengen mitgeschleppt hatten, fachgerecht entsorgen.
Der Weg war also gesäumt von wunderbaren Landschaften, zufriedenen Turnern und immer wieder Gläsern, die wie von Zauberhand nachgefüllt wurden. Der Röteli fand seinen Weg in unsere Gläser und von dort zuverlässig in unsere Mägen. Ein logistisches Meisterwerk!
Nach einer altersgerechten Wanderung erreichten wir pünktlich um 12 Uhr das Restaurant. Dort wartete bereits die wohlverdiente Stärkung auf uns. Flück, der die Turnfahrt 1A durchgeplant und ebenso souverän durchgeführt hatte, hatte selbstverständlich reserviert. So gehört sich das auch: Wer plant, darf sich nachher auf die Schulter klopfen lassen, oder zumindest auf ein Glas Röteli hoffen.
Frisch gestärkt ging es dem Sonnensystemweg entlang zurück Richtung Gondelstation. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass unser Turnverein nicht nur über eine beeindruckende Trink-, sondern auch über eine ausgezeichnete Ausscheidungsdisziplin verfügt. Denn neben den Trinkpausen gab es selbstverständlich auch regelmässige Pinkelpausen.
Wer viel trinkt, muss halt auch viel austreten.
Das ist keine Schwäche, das ist angewandte Turnfahrt-Physiologie.
An der Talstation angekommen, war der Tag natürlich noch lange nicht vorbei. Wir beschlossen kurzerhand, die Wanderung fortzusetzen und spazierten in knapp zwei Stunden zurück nach Solothurn. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zur Einsiedelei St. Verena – ein wunderschöner, fast verwunschener Ort. Für einen kurzen Moment herrschte beinahe andächtige Ruhe. Oder vielleicht waren einfach alle mit dem Verdauen des Mittagessens beschäftigt.
Zurück in Solothurn war dann schon wieder ein gewisses Durstgefühl zu verspüren. Und so genossen wir den x-ten Apéro des Tages. Langsam bekam man das Gefühl, dass die eigentliche Turnfahrt vielleicht gar nicht ums Turnen ging.
Zum Nachtessen und zum anschliessenden Barbesuch gibt es wie immer nicht allzu viele Worte. Das Motto war klar: Erleben und geniessen.
Und diesem Motto wurde, soweit wir uns erinnern können, vollumfänglich Rechnung getragen.
Am Sonntag starteten wir nach einem gemütlichen Frühstück in den zweiten Turnfahrtstag. Rund zwei Stunden spazierten wir der Aare entlang Richtung Altreu.
Unterwegs durfte das traditionelle Bad in einem Gewässer natürlich nicht fehlen. Daniel übernahm diese Aufgabe höchstpersönlich und sprang ins kühle Nass. Damit war auch diese Tradition würdig erfüllt.
In Altreu angekommen, wurde das Mittagessen unter einem riesigen Baum eingenommen. Die Störche, welche man dort im Sommer zu Scharen betrachten kann, waren leider schon in Richtung Süden davongezogen. Entweder war es ihnen bei uns zu heiss oder der Kälteeinbruch kommt früher als wir denken.
Zurück ging es anschliessend ganz gemütlich mit Schiff und Zug. Eine würdige Art, eine Turnfahrt zu beenden, bei der sich langsam, aber sicher auch die letzten sportlichen Reserven verabschiedeten.
Ein grosses Dankeschön an Flück und alle, die dabei waren. Die Fahrt war perfekt organisiert (inklusive Wetter)!
Es war eine wunderbare Turnfahrt mit viel Bewegung, noch mehr Genuss, traumhaftem Wetter und genau der richtigen Dosis Röteli.
So darf Turnen sein!
Liebe Grüsse
Bea

